Jeder Gründer kennt das. Nachdem die Euphorie über die Entscheidung, sich selbstständig zu machen, verflogen ist, landest du schneller als du „Existenzgründung“ sagen kannst wieder auf dem Boden der Tatsachen. In deinen Träumen liegst du bereits Mai-Tai-trinkend am Strand und erzählst deiner Begleitung locker-leicht davon, wie du in Rekordzeit ein millionenschweres Startup-Business aus dem Boden gestampft hast. In der Realität beginnt mit dem Fertigstellen deines Businessplans, eine Zeit, in der du dich mit Verordnungen, Gesetzen, Finanzierungen, Steuern, Produktionsstätten, Mitarbeitern und noch mehr Dingen herumschlagen musst, die dir den Verstand rauben werden, wenn du nicht 100%ig hinter deiner Idee stehst.

Damit diese äußerst nervenaufreibende Phase schnell ein Ende findet, erkläre ich dir in diesem Artikel, wie du mit organischem Traffic deiner Webseite die nötige Substanz verleihst, die dir nachhaltig interessierte Kunden und langfristig treue Fans beschert.

Was ist nun eigentlich organischer Traffic?

Bevor ich dir das erkläre, möchte ich dir eine kleine Geschichte erzählen.

Vor ein paar Jahren war ich zur Eröffnung eines kleinen Ladens in der Innenstadt von Kassel eingeladen. Ich lebte damals für ein paar Jahre dort und eine Freundin von mir war Mit-Inhaberin des Geschäfts. Sie verkaufte dort, gemeinsam mit ihrem Freund, ein eigenes Label. Ihr Ziel war es, Sportsachen für Extremsportler herzustellen, die nachhaltig und fair produziert werden, extrem atmungsaktiv sind und auch noch gut aussehen.

An einem Samstag nachmittag im Juli sollte der Laden also eröffnen und es war schon eine Menge los in der Innenstadt. Die beiden hatten einen Laden etwas abseits der Einkaufsmeile, alles andere wäre auch zu teuer gewesen. Im Vorfeld hatten sich die zwei um die Promo für ihre Eröffnung gekümmert, hatten Flyer verteilt, Plakate aufgehangen und die Verwandten und Bekannten mobil gemacht.

Punkt 14 Uhr schloss meine Freundin die Tür auf und gesellte sich voller Erwartungen hinter den Tresen zu mir. Ich stand da mit meinem Glas Prosecco und kämpfte mit der Hitze. Es war echt unglaublich warm!

Als sich so langsam der Laden füllte und die beiden Enthuisiasten herumwuselten, um hier und da zu beraten und zu erklären, warum ihre Sachen so toll sind, konnte ich von meiner Position aus recht gut beobachten, wer da so den Laden betrat.

Jeder Besucher hat verschiedene Erwartungen

„Pff, noch ein Laden mehr mit überteuertem Schicki-micki-Kram. Lass‘ uns gehen.“ Diesen schon etwas fiesen Satz gab ein Lachs-Brötchen kauender Bartträger mit dunkler Lederjacke von sich, als er sich seinen Weg an mir vorbei zum Ausgang bahnte. Ich war schockiert! Ich wusste ja, dass es sich bei den Sachen definitiv nicht um „Schicki-micki“ handelte. Klar waren die Preise höher als im Kaufhaus, aber mal ehrlich? Handmade, fairtrade, Bio – das hat halt seinen Preis! Und während ich mich schon aufbäumte um dem Bärtigen die Leviten zu lesen – ja, ich bin da etwas eigen – sah ich einen Flyer in seiner Jackentasche hervorblitzen.

Die Flyer, die meine Freundin hatte drucken lassen, waren überall in der Stadt verteilt worden. Vor allem dort, wo es erlaubt war welche auszulegen. Also in Supermärkten, an der Tankstelle und auch in ein paar Restaurants und Imbissbuden in der Umgebung. Es war so ein handlicher A5-Flyer, bedruckt mit der Info zur Eröffnung und ganz groß mit dem Schriftzug „Getränke und Snacks stehen zu Ihrer Verköstigung kostenlos bereit!“.

Als ich noch die auf dem Tresen liegenden Flyer beäugte und mir Gedanken machte, wie das hätte besser laufen können, rempelte mich ein Ungetüm einer Frau an und entschuldigte sich.

„Süßer Laden oder? Ich bin ja so stolz auf meinen Sohn! JENS! TOLL HAST DU DAS GEMACHT MEIN KIND! ERICH! ERICH! GUCK MAL DAS SCHAUFENSTER! Sie entschuldigen? LISBETH! Guck mal was mein Jens hier auf die Beine gestellt hat! Fabelhafte Qualität sag ich dir! …“

Ich war heilfroh, als die Karawane aus Eltern und Tanten den Laden verließen und sich gegenüber im Bistro ein Weizen gönnte.

Nachdem sich nun der Laden wieder etwas leerte, fing ich an die Gläser und Teller des Nachmittags für den Caterer zusammen zu räumen. Meine Freundin und ihr Lebensgefährte standen mit zwei jungen Frauen zusammen und waren in ein Gespräch vertieft. Mittlerweile war es schon fast acht Uhr und ich machte mich bereit, auch langsam zu gehen. Da rief mich meine Freundin zu sich und stellte mir die beiden Frauen vor.

Sie waren Profi-Turnerinnen, die bereits verschiedenste Preise in Europa und auch international in ihrer Altersklasse gewonnen hatten. Beide lebten vegan und legten viel Wert auf gute Qualität und vor allem fair hergestellte Kleidung, die es damals noch nicht sehr leicht zu kaufen gab. Bei einer Suche im Internet waren sie auf eine Bekanntgabe der Veranstaltung bei Xing gestoßen und sich entschlossen, von Darmstadt (!) nach Kassel zu fahren, um bei der Eröffnung die Kleidung inspizieren zu können.

Als ich den Laden gegen halb neun unendlich müde verließ, probierten die Mädels gerade verschiedene Outfits an. Später erfuhr ich, dass sie gleich mehrere Trainings- und später auch Show-Outfits bei meinen Freunden in Auftrag gaben.

Was die Besucherquelle über den Besucher verrät

Wenn du genauer darüber nachdenkst, erkennst du, dass die Besucher, die wir damals im Laden hatten, aus ähnlichen Gründen dort hin kamen, wie die, die wir heute mit online-Maßnahmen anlocken.

Da hast du einmal deine Familie, Verwandte und Bekannte. Sie kommen auf deine Seite, schauen sich um und im besten Fall erzählen sie dir nicht, dass sie absolut nicht verstehen was du da tust. Im schlimmsten Fall postet deine Tante einen unglaublich lieben Kommentar unter eines deiner Angebote, den du niemals freischalten lassen wirst.

Dann gibt es die Besucher, die du mit Werbeanzeigen oder Promotionen auf deine Seite lockst. Beispielsweise mit Google Adwords Anzeigen, die auf allen möglichen Webseiten im Internet platziert werden. Dort sehen die Besucher anderer Seiten deine mit viel Aufwand gestaltete Anzeige und werden durch spezielle Angebote, tolle Formulierungen oder dergleichen, dazu verleitet, zu klicken.

Genau wie bei Flyern, die vielleicht ebenso gestaltet werden, dass der Interessent gelockt wird vorbei zu kommen, hat aber nicht jeder von diesen Besuchern tatsächlich ernsthaftes Interesse an deinen Angeboten. Viele kommen nur aus Neugier, andere wollen mal „schauen“ und wieder andere interessieren sich ganz offen und ohne Scham nur für die kostenlosen Snacks und „Freebies“ auf deiner Website. Nur wenige, die über diese Quelle zu dir stoßen, wollen wirklich wissen, wer du bist, was du machst und wie du ihnen helfen kannst.

Doch da gibt es auch noch die Perle unter den Besucherquellen! Die beiden Mädels aus Darmstadt beispielsweise, suchten ganz konkret nach fair hergestellter Sportmode! Sie hatten bereits einen langen Leidensweg hinter sich, viel ausprobiert, waren damit nicht glücklich und fanden in Kassel endlich einen Laden, der genau das verkaufte, was sie haben wollten.

DAS ist Premium-Traffic. Das sind Besucher, die auf deine Website kommen, weil sie aktiv nach einer Lösung für ihr Problem gesucht haben und dich in den Suchergebnissen ganz oben haben stehen sehen. Das sind „organische“ Besucher – organischer Traffic also.

Warum ist organischer Traffic aber gut für mein Startup?

Stellen wir die Frage einmal anders. Welche Art von Besuchern kauft am ehesten deine Artikel oder nimmt deine Dienstleistungen in Anspruch?

  1. Deine Mutter?
  2. Der Typ vom Imbiss nebenan, der auf der Website seines Automechanikers eine Anzeige deiner Webdesign-Angebote gesehen hat?
  3. Oder jemand, der gerade ein Problem hat, im Netz nach einer Lösung sucht und dein dazu passendes Angebot findet?

Richtig.

Deine Mutter. 😉

Nein, natürlich derjenige, der sich gerade wirklich mit seinem Problem beschäftigt. Der, der nachts nicht mehr schlafen kann, weil er nicht weiß, wie er sein Problem lösen oder sich seinen Wunsch erfüllen soll.

Wie bekomme ich denn organischen Traffic auf meiner Website?

Als smarter Gründer weißt du sicherlich ganz genau, wer deine Zielgruppe ist. Du hast nämlich richtig gut recherchiert, für wen deine Angebote sein sollen. Deswegen weißt du auch, welche Probleme deine zukünftigen, potentiellen oder bisherigen Kunden zu dir führen oder geführt haben. Und wenn du dieses Problem kennst, kannst du Inhalte erstellen, die deiner Zielgruppe erklären, wie du ihnen ihre Ängste, Sorgen und Wünsche nehmen kannst.

Meine beiden Freunde aus Kassel beispielsweise sind ein paar Monate nach ihrer Ladeneröffnung online gegangen, weil sie merkten, dass ihre Sportkleidung so speziell ist, dass sie mit einem Online-Shop besseren Absatz haben würden, als in der Kasseler Innenstadt, versteckt in einer Seitenstraße. Weil sie wussten, dass ihre Kunden und Kundinnen speziell nach der Kombination aus fair, nachhaltig, Bio, atmungsaktiv und trendy Sportsachen suchten, erstellten sie ihre Inhalte auch dementsprechend.

Und nachdem die statischen Inhalte, wie die Über-Uns-Seite und die Darstellung der Produkte abgeschlossen war, nahmen sie noch andere Probleme ihrer Zielgruppe in den Fokus. So bloggten sie beispielsweise darüber, wie sie mit ihrer Kleidung Erkältungen beim winterlichen Joggen vorbeugen, weil die Kleidung den Schweiß nach außen transportiert und der Körper somit zwar warm, aber nicht feucht wird.

Sie griffen also viele kleine Probleme auf, die sie lösen konnten und erstellten passende Inhalte dazu, die im Netz gefunden wurden.

Dadurch steigerten sie stetig ihren Absatz und machten sich eine Menge Freunde unter ihren Fans.

Kein Hexenwerk.

Wenn das so gut funktioniert, warum machen das dann nicht alle so?

Der einzige Haken an der Sache ist der, dass organischer Traffic nicht von heute auf morgen bei dir eintrudelt. Es benötigt eine gute Planung, harte Arbeit und  Zeit, um Inhalte zu erstellen und sie so zu positionieren, dass sie in Google auch gut gefunden werden.

Zumindest Grundkenntnisse in der Suchmaschinenoptimierung solltest du dafür also haben und einen Puffer von einigen Monaten, in denen du regelmäßig neuen Content erstellst und dir damit einen kontinuierlichen Besucherstrom aufbaust, der dir hoch qualifizierte Besucher auf deine Webseite spült.

Dafür wirst du aber auch gleich doppelt belohnt: Während der Besucherstrom aus bezahlten Werbeanzeigen, beispielsweise aus Google, Facebook, Instagram etc. abbricht, sobald du ihn nicht mehr bezahlst, bleibt einmal erstellter, Mehrwert-liefernder Content dauerhaft auf deiner Website und zieht weiterhin Besucher an.

Er ist also genauso nachhaltig, wie die Sportkleidung meiner Freunde aus Kassel. (Die mittlerweile ihr Startup an einen größeren Konzern verkauft haben und mit Mai-Tais in der Hand in Mallorca am Strand liegen. Just saying.)

Also:

Du hast Bock auf nachhaltige Inhalte und hochqualifizierte Besucher auf deiner Seite? Du hast aber gerade wirklich keine Ahnung, wie du dieses Prinzip für dich, dein Startup oder dein Jungunternehmen implementieren sollst?

Keine Panik.

Hier findest du unsere Facebook Gruppe, in der ich auf so ziemlich alle Fragen zu dem Thema Rede und Antwort stehe. Und über diesen Link kannst du dir sogar eine private, unverbindliche Beratung mit mir sichern.

 

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