Konkurrenzdenken ausschalten: Warum dein Business kein Wettbewerb ist

Ab dem Moment, in dem wir beginnen unsere Selbstständigkeit zu planen, schlagen wir uns mit ihm herum. Der Wettbewerb. Gibt es genug Kunden in der Stadt für zwei Fotografen? Mit Verpackungsdesign Geld verdienen, wenn es schon so viele gibt? Ich verrate dir heute warum ich nach elf Jahren im Marketing der Ansicht bin, dass das alles Quatsch ist und warum du dieses Konkurrenzdenken ausschalten solltest wenn du erfolgreicher Designer werden möchtest.

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Vergleiche liegen in der menschlichen Natur

Sind wir mal ehrlich. Wir Menschen wetteifern einfach unglaublich gern. In allen nur erdenklichen Disziplinen veranstalten wir Wettbewerbe und messen wer der Beste ist. Wir vergleichen unser Mittagessen, unsere Wohnungen, den Entwicklungsfortschritt unserer Kinder oder den Sexappeal unserer Partner. Manche von uns übertreiben das ein wenig. Aber im Großen und Ganzen sind wir von Natur aus so gestrickt, dass wir uns mit anderen Menschen messen MÜSSEN. Das tun wir, um uns selbst zu definieren, um uns weiter zu entwickeln. Und das ist absolut in Ordnung.

Die logische Schlussfolgerung eines Vergleichs ist der Wettbewerb. Sind andere besser als wir, weckt das in den meisten von uns den Ehrgeiz, ihn zu übertrumpfen. Wir wollen immer schneller, intelligenter, erfolgreicher sein als unsere Nachbarn. Auch das gehört zu unserer Natur. In einem gesunden Maß versteht sich. Zweifelsohne werden wir dadurch in gewissen Beziehungen zu Konkurrenten. Wir konkurrieren mit unserem Schachpartner um den Sieg oder mit unseren Mitschülern um den Titel „Klassenbester“.

Dein Business ist kein Wettbewerb

Um was konkurrieren wir aber in unserer eigenen Selbstständigkeit? Um Kunden oder vielleicht um Anerkennung?

In meinen Coachings fällt die Sprache sehr oft auf das Thema Konkurrenz. Wenn ich manche Designer frage, wie sie denn innerhalb der Branche vernetzt sind, antworten einige erschüttert, man könne doch nicht mit der Konkurrenz reden. Es ist ein elementarer Bestandteil meiner Arbeit dieses Konkurrenzdenken auszuschalten, denn es ist so nicht zielführend.

Du bist einzigartig

Carina Herrmann von „Um 180 Grad“ schreibt in einem Artikel folgendes: „Niemand ist wie Du! Niemand schreibt wie Du, niemand redet wie Du! Und wenn Du Menschen damit begeistern kannst, wer Du bist und was Du machst, dann hast Du schon gewonnen!“ Dieser Aussage stimme ich hundertprozentig zu. Sie vernichtet in ihrem Kern bereits jeden Gedanken an Wettbewerb und Konkurrenz.

Natürlich stehst du mit deinem Angebot nicht allein auf weiter Flur. Wenn du Fotograf bist, erstellst du immer noch Bilder, so wie tausende andere, die diesem Beruf nachgehen. Aber du bist beispielsweise ein Hochzeitsfotograf, der im Raum Hamburg die romantischsten Plätze für ein Brautpaar-Shooting kennt. Außerdem hast du Erfahrungen bei einem schottischen Rockträger gesammelt, weswegen du eine ganz besondere Art und Weise hast das Paar in den Momenten zu fotografieren, in denen Sie versuchen sich in vorgegebene Posen zu begeben. Deine Bilder sind absolut einzigartig.

Verstehst du? Es gibt den Markt der Hochzeitsfotografie und diverse Mitbewerber, die diese Leistungen auch anbieten. Aber nur du hast deine Erfahrungen, deinen Stil und deine Alleinstellungsmerkmale. Deine Wunschkunden entscheiden sich für oder gegen dich, weil du bist wie du bist. Und nicht weil du mehr Fans auf Facebook hast als der Hochzeitsfotograf drei Straßen weiter.

„Meins, meins, meins … meins“

Manche Unternehmer brauchen sehr viel Zeit um zu der Erkenntnis zu kommen, dass sie keinen Krieg gegen ihre Mitbewerber führen müssen um erfolgreich zu sein. Andere wiederum lernen sehr schnell, dass es im Herzen und Geldbeutel eines Kunden Platz für verschiedene Arten von Anbietern geben kann.

Und auch in meiner Branche gibt es die einen und die anderen. Den Anstoß für diesen Artikel gab vor einiger Zeit beispielsweise ein Erlebnis in einer Facebook Gruppe. Ich freute mich sehr über die nette Gemeinschaft und begann mich gut zu unterhalten, tauschte Erfahrungen aus, erhielt Tipps und gab selbst welche. Als in der Gruppe jemand eine spezifische Frage zum Thema Suchmaschinen Optimierung hatte, dachte ich mir also nichts dabei und unterstützte die Thread Erstellerin tatkräftig bei der Lösung ihres Problems.

Moewen Findet Nemo Meins

Am nächsten Tag war ich kein Mitglied der Gruppe mehr. Dafür bekam ich eine Nachricht von der Erstellerin. Sie teilte mir folgendes mit: „Liebe Nadine, ich musste dich leider aus der Gruppe entfernen, da ich es schon sehr dreist von dir finde, dass du hier reinkommst und postest, wo du doch quasi dasselbe machst wie ich. In Zukunft werde ich niemanden mehr bestätigen, der ähnliche Leistungen anbietet. Das sind meine Kunden, das geht nicht.“

Konkurrenzdenken ausschalten und Kooperieren

Die Leiterin der Gruppe war selbst Coach. Aber obwohl wir die gleiche Zielgruppe ansprechen, also Menschen wie dich, arbeiten wir doch grundverschieden und auch unsere Hintergründe, Vorgehensweisen und Ansichten kann man nicht miteinander vergleichen. Nicht im Traum hätte ich sie als Konkurrenz angesehen, da sie meinem Wunschkunden Hilfestellungen in einem Bereich geben kann, in dem ich nicht so bewandert bin.

Aus diesem Grund befürworte ich ein offenes Verhalten unter Mitbewerbern. Keiner kann dem anderen Kunden wegnehmen, wenn er sich richtig positioniert und seinen eigenen Mehrwert kennt. Miteinander kooperieren, voneinander lernen und sich austauschen, das bringt dich voran und macht dich erfolgreich. Am Ende geht es nämlich nicht nur darum, was wir unseren Kunden bieten und wie sie uns wahrnehmen. Es geht auch darum wie wir uns selbst dabei fühlen.

Wie gehst du mit Konkurrenzdenken um? Fürchtest du dich vor Mitbewerbern oder führst du ein freundschaftliches Verhältnis zu Ihnen?