Wie du jetzt dein Designer Portfolio erstellen kannst und so deinen ersten Kunden bekommst

Die Wahrheit ist, so ziemlich jeder Kunde, der einen Freelancer Job im Bereich Design zu vergeben hat, will ein Portfolio sehen. Und alle diejenigen, die keines verlangen, sollten besser nicht zu deiner Zielgruppe gehören.

Kennst du dieses Gefühl? Du findest ein wirklich tolles Jobangebot für Design Freelancer, das wie für dich gemacht scheint. Du liest die Beschreibung, Anforderung, Briefing, alles wahnsinnig toll. Und dann erreichst du die Zeile in der steht: „Bitte senden Sie uns zur ihr Designer Portfolio zu.“. Kawumm!

Okay, wenn du bereits ein aussagekräftiges Portfolio hast ist das kein wirkliches Problem. Aber was ist mit den Designern, die noch ganz am Anfang ihrer Freelancer Karriere stehen? Die, die nichts anderes vorzuzeigen haben als Ihren Enthusiasmus und ihre Freude auf was da kommen mag?

Die Wahrheit ist, so ziemlich jeder Kunde, der einen Freelancer Job im Bereich Design zu vergeben hat, will ein Portfolio sehen. Und alle diejenigen, die keines verlangen, sollten besser nicht zu deiner Zielgruppe gehören. Sorry Babe.

Designer Portfolio erstellen Artikelbild

Gute Kunden MÜSSEN dein Portfolio sehen

Warum das so ist? Weil die potenziellen Kunden natürlich wissen wollen, was du bereits umgesetzt hast. Sie wollen sehen, was du drauf hast, welchen Stil und welche Handschrift du hast. Und ob du wirklich schon mal ein Logo gestaltet hast, so wie du sagst. Immerhin sollen sie dir am Ende auch Geld für deine Arbeit bezahlen. Da ist es nur fair, ihnen von vornherein ein wenig die Angst vor der „Katze im Sack“ zu nehmen. Oder nicht?

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Nun hast du von diesem Wissen aber immer noch kein Wow-Portfolio, dass du deinem Auftraggeber in spe zeigen kannst. Eventuell bist du auch noch nie vorher für eine Arbeit bezahlt worden. Ich zeige dir fünf getestete Möglichkeiten zeitnah und einfach ein Portfolio zu zaubern.

#1 Erstelle maßgeschneiderte Einzelstücke

Aufwand: gering

Das ist der erste Tipp den ich ratsuchenden Designern gebe, wenn sie mich um Hilfe bei der Kundenakquise bitten. Wenn es dir auch nur annähernd so geht, dann willst du wissen, wie du an Jobs kommst ohne auch nur eine einzige Portfolioarbeit zu haben, die beweist dass du fähig bist in dem was du tust.

Ich empfehle dir also, zwei bis drei „gefakte“ Kundenarbeiten zu erstellen, die du deinem Portfolio hinzufügen kannst. Als Webdesigner könntest du hier ein Blogdesign entwerfen oder eine Landingpage. Es könnte aber auch ein Logo, ein Briefbogen oder ein Blogpost sein. Denke dabei aber an folgende Punkte:

  1. Wer ist dein idealer Kunde? Was ist sein Ziel? Da du dir den Kunden ausdenkst, für den du dieses Design erstellst, musst du ihn dir sehr gut vorstellen können.
  2. Welche Art von Arbeiten möchtest du machen? Wenn du keine Lust hast Logos zu designen, dann erstelle auch keine für dein Portfolio!
  3. Wo liegen deine Fähigkeiten? Dein Portfolio soll Kunden von deinem Kenntnisstand überzeugen. Stell also sicher, dass deine Arbeiten diese auch zeigen.

Protipp: Wenn es dir schwer fällt aus dem Stegreif ohne Vorgaben eine Kundenarbeit zu simulieren, schau dich etwas bei designenlassen.de um. Hier findest du echte Briefings von echten Kunden. Such dir ein passendes Briefing aus und nutze es als Leitfaden für dein Musterstück.

#2 Setze kreatives Guestposting ein

Aufwand: hoch

Gästepostings sind ein gängiges Mittel für Autoren und Blogger. Sie sind eine tolle Möglichkeit um sich zu positionieren oder die eigene Reichweite zu erhöhen. Gästepostings können aber auch einem Schreibfaulem Nicht-Blogger auf die Sprünge helfen.

Als Logodesigner weißt du zum Beispiel genau, warum es sinnvoll ist, verschiedene Logoversionen zu erstellen. Weiß das aber deine Zielgruppe auch? Erstelle eine Bilderserie, aus der dieser Nutzen erkennbar hervorgeht. Veröffentliche sie auf einem Blog oder in einem Magazin, das deine Zielgruppe erreicht.

Ein weiteres Beispiel? Als Illustrator für Kinderbücher könntest du einen Comic entwerfen in dem du den Entstehungsprozess eines Buches zeigst.

Dass du selber nicht bloggst heißt nämlich nicht, dass du deinen Content nicht in die Welt hinaustragen kannst. Überlege dir eine gute Idee, suche nach relevanten Plattformen und stelle eine überzeugende Anfrage an den Betreiber.

Protipp: Suche bei Buzzumo nach ähnlichen Vorhaben in Stichpunkten und nehme Kontakt zu den gelisteten Webseitenbetreibern auf. Auf der linken Seiten kannst du unter „Language“ die Suchergebnisse auf Deutsch stellen und beziehst damit nur deutsche Seiten, über die eventuell ein Guestposting möglich wäre.

Buzzumo Screenshot
Buzzumo kann eingesetzt werden um Plattformen für Guestpostings zu finden.

#3 Biete kostenlose Arbeiten an

Aufwand: gering

Bei kostenlosen Arbeiten scheiden sich die Geister. Natürlich soll kostenlose Arbeit kein Dauerzustand sein. Aber du stehst ganz am Anfang deiner Karriere und möchtest dir ein Portfolio aufbauen. Wenn du es geschickt anstellst, ist deine Arbeit auch nicht umsonst. Selbst wenn du dafür kein Geld bekommst. Mit zwei oder drei Aufträgen dieser Art reicherst du dein Portfolio um weitere kreative Stücke an.

Wo findest du kostenlose Arbeit:

  • Blogger & Influencer in deiner Zielgruppe
  • Arbeite für gemeinnützige Vereine oder Non-Profit Organisationen
  • Frage bei lokalen, kleinen Unternehmen an

Achte bei der Auswahl deiner potenziellen Kunden darauf, dass es sich um Unternehmen oder Vereine handelt, die eine hohe Reichweite innerhalb deiner Zielgruppe haben. Denn deine Arbeit ist natürlich um einiges mehr wert, als die reine Erlaubnis das Werk in deinem Portfolio zu nutzen. Du möchtest außerdem gern weiter empfohlen werden!

Protipp: Gehe von vornherein ganz offen mit deinen Wünschen um und signalisiere, dass du einmalig etwas ohne Entgelt kreieren würdest, du dafür aber gern zwei direkte Empfehlungen haben möchtest. Auch die Rahmenbedingungen (Umfang der Arbeiten, Kontaktperson, Kontaktart, etc.) solltest du klar abstecken. Behandele diese Auftraggeber wie zahlende Kunden und du wirst von ihrem Feedback profitieren.

#4 Fang an zu bloggen

Aufwand: mittel

Natürlich ist bloggen eine tolle Möglichkeit den eigenen Expertenstatus zu untermauern. Durch regelmäßige Blogposts generierst du eine hohe Reichweite und machst deine Zielkunden auf dich aufmerksam. Der Blog dient dir aber zeitgleich auch als erweitertes Portfolio.

Du könntest über alle möglichen Themen bloggen, die in Zusammenhang mit deiner Zielgruppe stehen. Dabei ist es nicht unbedingt notwendig, direkt zu „schreiben“. Sei kreativ und überlege dir andere Konzepte. Hier ein paar Ideen für alternative Bloginhalte:

  • Abgeschlossene Kundenaufträge
  • wöchentliche Comics oder Illustrationen
  • Regelmäßige Kurzvideos vom Enstehungsprozess deiner Designs
  • Sneak-Peak´s deines Designprozesses

#5 Nutze deine Webseite

Aufwand: mittel bis hoch

Wenn es dir ernst ist mit deiner Designer Karriere als Freelancer, hast du sicherlich eine eigene Webseite. Du weist schon, eine auf der du zeigst wer du bist und was du kannst, wie man dich erreichen kann usw.? Eventuell nutzt du deine Webseite auch um dein Portfolio zu hosten.

Wie du es auch hältst, versuche deine Skills in die Webseite einfließen zu lassen. Nutze sie so als weiteres Stück Portfolioarbeit.

Vielleicht designst du die Webseite selbst oder nutzt Bilder deines Handletterings für die Überschriften. Vielleicht kreierst du als Illustrator verschiedene Elemente, die du in die Gestaltung einfließen lässt. Oder du bestichst mit einem klaren Corporate Design aus deiner eigenen Feder.

Noch Fragen?

Welchen Umfang sollte dein Designer Portfolio haben?

Dein Portfolio sollte mindestens aus drei Probearbeiten bestehen. Wenn du eine der oben beschriebenen Varianten nutzt, hast du diese in kürzester Zeit zusammen.

Wenn du bereits ein wenig im Geschäfts bist, solltest du deine Kunden nach Auftragsabschluss immer fragen, ob du das Stück auch in deinem Portfolio zeigen darfst. Generell sollte ein ausdrucksstarkes Designer Portfolio ungefähr acht bis zwölf Arbeiten zeigen, auf die du besonders stolz bist oder die dich besonders gut widerspiegeln. Es ist vollkommen okay, immer mal wieder Arbeitsproben auszutauschen.

Eine Besonderheit tut sich auf, wenn du mehr als eine Art von Design ausübst. Erstellst du beispielsweise Webdesigns UND Logos, dann lohnen sich zwei Portfolios. Das erfordert auch die doppelte Anzahl der empfohlenen Arbeitsproben.

Wie solltest du dein Portfolio gestalten?

Es gibt sicherlich eine Milliarde Möglichkeiten dein Portfolio zu layouten. Auch hier gilt am Ende des Tages wieder, dass es dir gefallen und zu dir passen muss.

Gut einsehbar sollte es auf jeden Fall sein. Verschickst du einen Link zu deinem Onlineportfolio, sollte der Kunde nicht erst x-mal klicken müssen, um es sehen zu können.

Abschließende Gedanken zum Designer Portfolio

Dein Freelancer Portfolio ist neben deiner Art und Weise mit potenziellen Kunden umzugehen und zu sprechen, der wichtigste Punkt im Werben um einen Job. Nimm die Erstellung deiner Probearbeiten also nicht auf die leichte Schulter. Mach dir Gedanken darüber, wer deine Zielkunden sind und wie du ihnen helfen kannst.

Sei kreativ und mutig, professionell und vor allem du selbst. Wenn dein Portfolio das widerspiegelt, hast du die besten Chancen deinen ersten zahlenden Kunden zu ergattern!

Hast du noch andere Portfolio-Ideen? Schreib mir in die Kommentare oder per Twitter an @dinestaps und ich nehme sie hier mit auf! Auch kannst du dein fertiges Portfolio hier gern verlinken (gratis Backlink, 😉 Woohoo!)

Autor: Nadine

Ich bin Nadine, zweifache Mama, Ehefrau und Sushiliebhaberin, lebe an der Ostsee und bin aktuell die einzige Stimme auf Netzapplaus. Als SEO`lerin arbeite ich schon viele Jahre mit Freelancern an ihrem perfekten Netzauftritt. Hier schreibe ich über SEO, SEA und Online Marketing weil es mein absolutes Herzensthema ist.

3 Gedanken zu „Wie du jetzt dein Designer Portfolio erstellen kannst und so deinen ersten Kunden bekommst“

  1. Ein super nützlicher Beitrag, der gerade zur rechten Zeit kommt (für mich vorallem dein 1. Punkt)!

    Ich persönlich tue mich mit meinem Portfolio auch ziemlich schwer. Schuld ist mein Perfektionismus – ich hätte genügend Arbeiten für ein Portfolio, aber nichts davon erscheint mir gut genug.
    Irgendwie bin ich wirklich immer davon ausgegangen, dass man nur Kundenprojekte ausstellt und keine Einzelstücke, die man für sich, aus Spaß oder „mal nebenbei“ angefertigt hat.
    Danke für diesen Augenöffner! Jetzt fallen mir nämlich wirklich ein paar Designs ein, die es wert sind, sie zu zeigen… 😀

    Liebe Grüße,
    Chrissi

    1. Vielen Dank Chrissi! Ich freue mich, wenn dir meine Tipps ein bisschen geholfen haben. Oftmals sind es gerade die Stücke, die man für sich selbst erstellt hat, die am meisten dem eigenen Geschmack entsprechen. Schau mal auf Behance zum Beispiel, da findest du zum beispiel viele Redesigns bekannter Marken, die nie in Auftrag gegeben wurden sondern nur als Portfolioarbeiten erstellt wurden.
      Liebe Grüße, Nadine

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